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Aufgabe 3 - Methodenwahl und Vorgehensweise

Entscheiden Sie sich für eine der in Aufgabe 2 genannten wissenschaftlichen Methoden und stellen Sie die Vorgehensweise anhand Ihres Themas aus Aufgabe 1 detailliert dar (Was ist jeweils konkret zu tun? Was ist das Ergebnis des jeweiligen Schrittes? Usw.)! Begründen Sie Ihre Auswahl!


Für die Bearbeitung des Themas wird ein systematisches Review ausgewählt. Dabei werden empirische Studien zur internen Kommunikation in Matrixprojekten und Scrum-Teams nach festen Regeln gesucht, ausgewählt und verglichen. Es handelt sich nicht um eine einfache Zusammenfassung von Literatur. Der eigene Beitrag entsteht durch die begründete Auswahl, die geordnete Gegenüberstellung und die kritische Auswertung der Studien (vgl. Busse 2024c, S. 3-5).

Die Methode passt zur Forschungsfrage, weil nicht nur einzelne Erfahrungen betrachtet werden sollen. Es soll geprüft werden, unter welchen Bedingungen die beiden Organisationsformen eine effiziente interne Kommunikation fördern. Die vorhandenen Studien können sich bei Branche, Stichprobe und Methode unterscheiden. Ein Review macht diese Unterschiede sichtbar und zeigt, welche Ergebnisse sich wiederholen oder widersprechen.

Auch der Zeitrahmen spricht für diese Auswahl. Für Interviews müssten innerhalb von 6 Wochen passende Personen aus beiden Organisationsformen gefunden, Termine vereinbart und Gespräche transkribiert werden. Eine quantitative Befragung würde zusätzlich einen geprüften Fragebogen, eine große Stichprobe und eine statistische Auswertung erfordern (vgl. Busse 2024b, S. 4-6). Das Review benötigt keine eigenen Teilnehmenden. Es ist trotzdem nicht aufwandsarm, denn Suche, Auswahl und Auswertung müssen nachvollziehbar geplant und dokumentiert werden (vgl. Busse 2024c, S. 5-6).

Voraussetzung ist, dass genügend passende empirische Studien vorhanden sind. Deshalb beginnt die Arbeit mit einer ersten Recherche. Sie zeigt, ob das geplante Review mit der verfügbaren Literatur durchgeführt werden kann.

1. Forschungsfrage und Untersuchungsrahmen festlegen

Section titled “1. Forschungsfrage und Untersuchungsrahmen festlegen”

Konkretes Vorgehen: Ausgangspunkt ist die in Aufgabe 1 entwickelte Forschungsfrage:

Wie unterscheiden sich klassisch geführte Matrixprojekte und selbstorganisierte Scrum-Teams bei Kommunikationswegen, Transparenz und Abstimmungsaufwand, und unter welchen Bedingungen fördern ihre Strukturen eine effiziente interne Projektkommunikation?

Vor der Recherche werden die wichtigsten Begriffe festgelegt. Kommunikationswege werden nach Direktheit, Formalisierung und Richtung betrachtet. Transparenz meint die Nachvollziehbarkeit von Arbeitsständen, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten. Zum Abstimmungsaufwand gehören der organisatorische und zeitliche Aufwand sowie der Umgang mit Schnittstellen- und Rollenkonflikten. Matrixprojekte und Scrum-Teams bilden die beiden Vergleichsgruppen.

Ergebnis des Schrittes: Es liegt ein klarer Untersuchungsrahmen mit zwei Organisationsformen und drei Vergleichsbereichen vor. Damit ist festgelegt, welche Ergebnisse für die Forschungsfrage wichtig sind.

2. Orientierende Recherche und Review-Protokoll erstellen

Section titled “2. Orientierende Recherche und Review-Protokoll erstellen”

Konkretes Vorgehen: Mit ersten deutschen und englischen Suchbegriffen wird geprüft, wie viele passende empirische Veröffentlichungen zu finden sind. Dabei wird auch erfasst, ob direkte Vergleichsstudien vorliegen oder ob Matrixprojekte und Scrum-Teams meist getrennt untersucht wurden. Diese erste Suche ist noch nicht die endgültige Studienauswahl.

Danach wird ein Review-Protokoll angelegt. Darin stehen die Forschungsfrage, Suchorte, Suchbegriffe, Auswahlkriterien, auszuwertenden Merkmale und die geplante Form des Vergleichs. So wird vermieden, dass Kriterien später passend zu bestimmten Ergebnissen verändert werden.

Ergebnis des Schrittes: Es liegen eine Einschätzung der Machbarkeit und ein Arbeitsplan für Suche und Auswertung vor.

3. Ein- und Ausschlusskriterien definieren

Section titled “3. Ein- und Ausschlusskriterien definieren”

Konkretes Vorgehen: Veröffentlichungen werden in die Ergebnisauswertung aufgenommen, wenn sie

  • eine eigene qualitative oder quantitative empirische Untersuchung enthalten,
  • Matrixprojekte, Scrum-Teams oder einen unmittelbaren Vergleich beider Formen untersuchen,
  • mindestens einen der Bereiche Kommunikationswege, Transparenz oder Abstimmungsaufwand behandeln,
  • in deutscher oder englischer Sprache verfügbar sind,
  • zwischen 2000 und dem Zeitpunkt der Recherche veröffentlicht wurden und
  • in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift nach einem nachvollziehbaren Begutachtungsverfahren erschienen sind.

Der Zeitraum beginnt im Jahr 2000, weil wichtige empirische Arbeiten zur Kommunikation in Matrixorganisationen und frühen agilen Projekten vor 2010 erschienen sind (vgl. Kuprenas 2003, S. 51-52; Pikkarainen et al. 2008, S. 303-304). Eine regionale Einschränkung wird nicht vorgenommen. Stattdessen werden Land, Branche und Projektkontext erfasst und später bei der Einordnung der Ergebnisse berücksichtigt.

Ausgeschlossen werden rein theoretische Beiträge, Lehrbücher, Unternehmenswerbung, nicht nachvollziehbare Praxisberichte und Studien ohne Bezug zu den drei Vergleichsbereichen. WAM04 verlangt eine begründete Festlegung solcher Kriterien und betont die Prüfung der Quellenqualität (vgl. Busse 2024c, S. 6).

Ergebnis des Schrittes: Es entsteht ein Kriterienkatalog, mit dem jede Veröffentlichung nach denselben Regeln beurteilt werden kann.

4. Suchstrategie entwickeln und Hauptsuche durchführen

Section titled “4. Suchstrategie entwickeln und Hauptsuche durchführen”

Konkretes Vorgehen: Die Recherche erfolgt über mehrere wissenschaftliche Suchsysteme. Vorgesehen sind Google Scholar, die Web of Science Core Collection und IEEE Xplore. Dadurch werden sowohl organisationswissenschaftliche Veröffentlichungen als auch technische Studien zu Scrum und digitalen Projektteams erfasst. Vor der Suche wird geprüft, welche Angebote über die Hochschulbibliothek zugänglich sind. Falls ein Zugang fehlt, wird ein geeigneter Ersatz gewählt und im Suchprotokoll vermerkt.

Die Suchbegriffe werden aus den Organisationsformen und Vergleichsbereichen gebildet. Beispielhafte englische Suchkombinationen sind:

("matrix organization" OR "matrix project")
AND ("project communication" OR "information sharing" OR transparency OR coordination)
(Scrum OR "agile team")
AND ("project communication" OR "information sharing" OR transparency OR coordination)

Ergänzend werden entsprechende deutsche Begriffe wie Matrixorganisation, Matrixprojekt, Projektkommunikation, Scrum, Transparenz und Abstimmungsaufwand kombiniert. Für jede Suche werden Datum, Datenbank, vollständiger Suchausdruck, verwendete Filter und Trefferzahl in einem Suchprotokoll festgehalten. WAM04 fordert die Offenlegung von Datenbanken, Suchbegriffen und Operatoren, damit die Recherche nachvollzogen werden kann (vgl. Busse 2024c, S. 7).

Ergebnis des Schrittes: Es entstehen ein vollständiges Suchprotokoll und eine gemeinsame Ausgangsliste möglicher Studien.

Konkretes Vorgehen: Zuerst werden doppelte Treffer entfernt. Danach werden in der ersten Auswahlstufe Titel und Abstract geprüft. In der zweiten Stufe werden die Volltexte der übrigen Veröffentlichungen beurteilt. Für jeden ausgeschlossenen Volltext wird ein kurzer Grund festgehalten.

Mehr als zehn ausgewertete Publikationen gelten im Studienheft als Orientierung, entscheidend bleibt jedoch ihre tatsächliche Passung zur Forschungsfrage (vgl. Busse 2024c, S. 7). Es werden deshalb weder ungeeignete Studien zur Erfüllung einer Zahl aufgenommen noch passende Studien ohne Begründung weggelassen. Sollte die Auswahl deutlich zu klein ausfallen, werden zunächst Suchbegriffe und Datenbanken überprüft. Die inhaltlichen Kriterien werden nur mit einer nachvollziehbaren Begründung verändert.

Ergebnis des Schrittes: Es liegt eine begründete Auswahl geeigneter empirischer Studien vor. Das Such- und Auswahlprotokoll macht die Entscheidungen nachvollziehbar.

6. Studiendaten erfassen und Ergebnistabelle erstellen

Section titled “6. Studiendaten erfassen und Ergebnistabelle erstellen”

Konkretes Vorgehen: Für jede ausgewählte Studie werden die in WAM04 vorgesehenen Angaben erfasst: Erscheinungsjahr, Autoren, Fachzeitschrift, Größe und Art der Stichprobe, Untersuchungsmethode, Ergebnis und Besonderheiten (vgl. Busse 2024c, S. 7-8). Für das Thema kommen folgende Merkmale hinzu:

  • untersuchte Organisationsform,
  • Branche, Land und Projektkontext,
  • Befunde zu Kommunikationswegen,
  • Befunde zur Transparenz,
  • Befunde zum Abstimmungsaufwand,
  • von der Studie genannte organisatorische Bedingungen und
  • erkennbare methodische Einschränkungen.

Die Angaben werden in einer einheitlichen Ergebnistabelle zusammengeführt. Direkte Vergleiche zwischen Matrix und Scrum werden gekennzeichnet. Studien zu nur einer Organisationsform werden getrennt erfasst. So werden aus indirekten Vergleichen keine stärkeren Aussagen abgeleitet, als die Studien erlauben. Die Tabelle wird in den Textteil der Hausarbeit aufgenommen (vgl. Busse 2024c, S. 9-10).

Ergebnis des Schrittes: Es entsteht eine einheitliche Tabelle, in der sich Merkmale und Ergebnisse aller ausgewählten Studien vergleichen lassen.

7. Qualität und Vergleichbarkeit beurteilen

Section titled “7. Qualität und Vergleichbarkeit beurteilen”

Konkretes Vorgehen: Die Studien werden nicht nur inhaltlich erfasst, sondern auch kritisch beurteilt. Geprüft werden vor allem Größe und Zusammensetzung der Stichprobe, Erhebung und Auswertung, Nachvollziehbarkeit der Messung, Untersuchungszeitraum und genannte Einschränkungen. Bei qualitativen Studien sind zum Beispiel die Bildung der Kategorien und die Auswahl der Interviewpartner wichtig. Bei quantitativen Studien werden unter anderem Messinstrument, Stichprobe und statistische Auswertung betrachtet.

Unterschiede zwischen Branchen, Ländern, Projektarten und Methoden werden dokumentiert. Eine kleine qualitative Fallstudie wird deshalb nicht ohne Begründung wie eine große Befragung behandelt. WAM04 verlangt, Qualität und Vergleichbarkeit der Studien bei der Auswertung zu berücksichtigen (vgl. Busse 2024c, S. 11).

Ergebnis des Schrittes: Für jede Studie liegt eine begründete Einschätzung ihrer Qualität vor. Außerdem wird sichtbar, welche Ergebnisse gut vergleichbar sind und wo nur vorsichtige Aussagen möglich sind.

8. Befunde vergleichen und Forschungsfrage beantworten

Section titled “8. Befunde vergleichen und Forschungsfrage beantworten”

Konkretes Vorgehen: Die Ergebnisse werden zuerst nach Kommunikationswegen, Transparenz und Abstimmungsaufwand geordnet. In jedem Bereich werden die Ergebnisse zu Matrixprojekten und Scrum-Teams gegenübergestellt. Danach wird geprüft,

  • welche Ergebnisse in mehreren Studien übereinstimmen,
  • welche Befunde einander widersprechen,
  • ob Unterschiede durch Branche, Teamgröße, Projektkomplexität oder andere Rahmenbedingungen erklärbar sind und
  • ob die Aussagen aus direkten oder nur aus indirekten Vergleichen stammen.

Die Ergebnisse werden inhaltlich zusammengeführt und nicht statistisch in einer Meta-Analyse verrechnet. Eine solche Berechnung wäre nur bei ausreichend ähnlichen Studien und Kennzahlen sinnvoll und ist für diese Hausarbeit nicht vorgesehen. Unsichere oder widersprüchliche Ergebnisse werden klar benannt. WAM04 sieht die Suche nach Gemeinsamkeiten und Mustern als wichtigen Teil der Diskussion an. Unsicherheiten und Unterschiede müssen dabei offengelegt werden (vgl. Busse 2024c, S. 11).

Ergebnis des Schrittes: Es entsteht eine nach den drei Vergleichsbereichen gegliederte Gesamtaussage. Die Antwort ist keine pauschale Rangfolge. Sie beschreibt, unter welchen Bedingungen die jeweilige Organisationsform die interne Kommunikation unterstützt oder erschwert.

9. Handlungsempfehlungen, Limitationen und Forschungsbedarf ableiten

Section titled “9. Handlungsempfehlungen, Limitationen und Forschungsbedarf ableiten”

Konkretes Vorgehen: Aus gut gestützten Ergebnissen werden Empfehlungen für die interne Projektkommunikation abgeleitet. Dabei wird zwischen Matrixprojekten und Scrum-Teams unterschieden. Danach werden die Grenzen des Reviews genannt, zum Beispiel Suchzeitraum, verwendete Suchsysteme, Sprachen, Unterschiede zwischen den Studien und indirekte Vergleiche. Zusammenhänge, die noch nicht ausreichend untersucht wurden, werden als weiterer Forschungsbedarf benannt.

Ergebnis des Schrittes: Der Schlussteil verbindet die Ergebnisse mit der Praxis, erklärt die Grenzen der Aussagen und nennt Möglichkeiten für weitere Forschung.

Tabelle 3.1: Zeitliche Einordnung des systematischen Reviews (eigene Darstellung).

ZeitraumArbeitsschwerpunktGeplantes Teilergebnis
Woche 1Erste Recherche, Review-Protokoll und Auswahlkriteriengeprüfte Machbarkeit und festgelegtes Vorgehen
Woche 2Hauptsuche, Dokumentation und Bereinigung der Treffervollständige Ausgangsliste und Suchprotokoll
Woche 3Titel-, Abstract- und Volltextprüfungbegründete endgültige Studienauswahl
Woche 4Datenerfassung und Qualitätsbeurteilungausgefüllte Ergebnistabelle
Woche 5Vergleich und Zusammenführung der Ergebnissestrukturierte Beantwortung der Forschungsfrage
Woche 6Diskussion, Empfehlungen, Grenzen und Endkorrekturvollständige und formal geprüfte Hausarbeit

Die Methode passt zum Vergleich aus Aufgabe 1, weil sie vorhandene empirische Studien nachvollziehbar ordnet, kritisch bewertet und anhand der drei Kommunikationsbereiche zusammenführt. Sie führt nicht automatisch zu allgemein gültigen Ergebnissen. Sie zeigt aber, an welchen Stellen die Forschung übereinstimmt und wo Unterschiede oder Grenzen bestehen.

Einsendeaufgabe

B-PWAA01XX

Felix Spohn / 30043301